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Familie H. aus Upstadt-Weiher (Erläuterung)

Sanierung und Wärmedämmung unseres Hauses

  • Unser Haus ist im Jahr 1985 gebaut worden, bis zur Sanierung im Jahr 2011 war eine Elektro-Nachtspeicherheizung eingebaut. Die beiden Wohnungen haben zusammen eine Wohnfläche von 210 qm, ca. 50 qm Nutzfläche (Hobbyraum) werden teilweise beheizt.

     
  • Der Energiebedarf vor der Sanierung betrug 1800 kWh für Strom und 20000 kWh für Holz (2 Fächer Holz à 3,4 Ster / 1 Fach Eiche / Buchenholz entspricht einem Heizwert in Höhe von 10000 kWh). Der Gesamtenergieverbrauch vor der Sanierung für Heizen und Warmwasser betrug also 38000 kWh.

     
  • In diesem Winter (langer Winter 2012/2013) hatten wir 12400 kWh Gasverbrauch und 10000 kWh Holzverbrauch (nur noch 1 Fach). Der Gesamtenergiebedarf liegt nach der Sanierung also bei 22400 kWh.

     
  • Wenn wir vor der Sanierung im Winter unseren Kaminofen angezündet haben, dann war es im Wohnzimmer (25 °C) selbstverständlich warm, die Wärme ist aber nur ungenügend bis in den gegenüberliegenden Bereich der Wohnung (Bad, Toilette, Schlafzimmer, Abstellkammer) vorgedrungen. Diese Teile der Wohnung blieben deutlich kühler, 16 bis 18 °C. Dies hatte zur Folge, dass die Wohnung beim Abklingen der Heizleistung des Holzofens innerhalb von 1 bis 2 Stunden wieder kühl war. In diesem Punkt hat die Sanierung eine deutliche Komfortsteigerung ergeben. Die Wohnung ist nahezu gleichmäßig warm und bleibt auch bis nahezu zum nächsten Morgen warm. Aus diesem Grund ist der Holzverbrauch so stark gesunken. Einmaliges Nachlegen reicht bei einem normalen Winterabend aus.

Jetzt noch die Frage, was wir saniert haben, hier die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Vollwärmeschutz
  • 3-fach verglaste Fenster
  • Gasheizung / Brennwerttechnik
  • Brauchwassererzeugung über Solar

Rentabilität:

Die hier aufgeführten Maßnahmen haben ca. 90.000 EUR gekostet.
Heizung, Fenster etc. waren 26 Jahre alt, wenn man von einer Lebensdauer dieser Bauteile in Höhe von 50 Jahren ausgeht, dann hätte ich 45.000 EUR altersbedingt sowieso irgendwann in absehbarer Zeit investieren müssen. Die Fenster hatten bereits Schäden, ein Austausch wäre in den nächsten maximal 5 Jahren unumgänglich gewesen.

Die Nachtspeicherheizung (Strom inkl. Haushaltsstrom) hat für beide Wohnungen zusammen 3800 EUR pro Jahr (Stand 2011) gekostet, zuzügl. 420 EUR für Holz ergibt 4220 EUR pro Jahr.

Meine heutige Gasrechnung für beide Wohnungen beträgt ca. 600 EUR. Hinzu kommen Wartung, Ersatzteile und Emissionsprüfung. Insgesamt komme ich für die Gasheizung mit 1000 EUR sehr gut klar. Zuzüglich 210 EUR für Holz, zuzügl. Haushaltsstrom heute für beide Wohnungen in Höhe von 1000 EUR ergibt Gesamtkosten in Höhe von 2210 EUR.

Die Kosteneinsparung pro Jahr beträgt 2010 EUR, damit amortisiert sich diese Investition in 20 Jahren.

Aber ... diese Rechnung geht von heutigen Energiepreisen aus, wenn mann berücksichtigt, dass die Energiepreise voraussichtlich steigen, dann wird die Amortisationszeit kürzer als 20 Jahre sein.

Ausblick und Zusammenfassung

Unser derzeitiger Gesamtenergiebedarf - wie zuvor berechnet - für Heizung und Warmwasser liegt bei ca. 22.400 kWh pro Jahr. Mir ist bekannt, dass Wärmepumpen mit Leistungszahlen von 2.5 bis 3.0 verfügbar sind. Ein Photovoltaik-Dach mit 100 qm Fläche erzeugt ca. 10000 kWh Strom pro Jahr und kostet ca. 20.000 EUR. Damit sind im Jahresmittel 25000 bis 30000 kWh Energie erzeugbar, mehr als ich also zum Betrieb des Hauses benötige. Jetzt noch die Frage nach Schlechtwettertagen. Die Batterietechnik steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wäre aber heute schon in der Lage, einen mehrtägigen Energiebedarf 200 bis 500 kWh für ein Mehrfamilienhaus zu decken. Zusammenfassend ist zu sagen, dass es möglich ist, selbst ein älteres Haus (Bj. 1985) auf einen autarken und absolut umweltfreundlichen Stand zu bringen.

Wir haben nicht die Absicht, in eine Wärmepumpe plus Photovoltaik plus Batterietechnik zu investieren. Ich will mit dieser Rechnung vielmehr aufzeigen, dass es möglich ist, ein Haus mit Vollwärmeschutz so zu betreiben.

Wir haben jetzt nach der Sanierung ein komfortables Haus, welches auch den Anforderungen an die Zukunft gewachsen ist. Wie das Haus in einigen Jahren autark und absolut umweltfreundlich zu betreiben wäre, habe ich zuvor aufgezeigt. Steigende Energiepreise erschrecken uns nicht mehr, wir können in diesem Punkt gelassen in die Zukunft schauen. Eine Amortisation mit einer Laufzeit von 20 Jahren reißt uns zwar nicht direkt vom Hocker - aber 4 bis 5 % Rendite sind in der heutigen Zeit auch nicht so schlecht.

Ubstadt-Weiher, April 2013

© Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade
Wer sein altes Wohnhaus nach dem Niedrigenergiestandard modernisieren möchte, kann unter bestimmten Bedingungen Förderprogramme nutzen. Informationen dazu gibt es beim BAW, Bundesamt für Wirtschaft, Frankfurter Straße 29-31, 65760 Eschborn.
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